Wozu braucht man 42 Megapixel?

Das Thema um die Sensorauflösung wird im Internet breit diskutiert. Viele geben sich mit 12, 16 oder 20 Megapixeln zufrieden – die meisten leben gut mit 24 Megapixeln… ich bin seit längerer Zeit mittlerweile bei 42 Megapixeln angelangt. Diese werden nativ von meiner Vollformat-Kamera erzeugt. Doch wozu soll das gut sein? Immerhin werden die Dateien erstens um einiges größer, zum Zweiten wird auch die Bildberechnung in der Nachbearbeitung aufwändiger und bei älteren PCs oder Laptops sogar langsamer.

Nun, zu den beiden Nachteilen kann ich sagen, dass bei mir Speicherplatz (fast) keine Rolle spielt. Ich speichere meine Aufnahmen redundant auf einem NAS-System, dabei werden in meiner aktuellen Ausbaustufe zwei 6-TB-Festplatten gespiegelt – fällt eine aus, so habe ich alle Daten immer noch auf der zweiten Platte und kann das defekte Laufwerk tauschen. Der zweite Nachteil ist die Dateigröße in puncto Bildbearbeitung – und es stimmt natürlich, dass die Bildberechnung in Lightroom oder Photoshop gefühlt langsamer wird. Dazu habe ich jedoch ordentlich Arbeitsspeicher nachgerüstet (aktuell 32 Gigabyte) und setze auf eine schnelle Vier-Kern-CPU (Intel i7 mit 4x 4 Ghz) sowie eine potente Grafiklösung (2x Geforce GTX 980). Damit läuft meine Bildbearbeitung nach wie vor sehr flüssig, kaum ein Unterschied zu 24-Megapixel-Bildern.

Kommen wir nun zum (für mich) entscheidenden Vorteil dieser hohen Auflösung. Und dazu lasse ich mal ein Bild sprechen. Sehen Sie hier links das Originalbild und rechts einen Bildausschnitt mit ca. 100%-Vergrößerung:

Sony A7R II

100% Ausschnitt bei einem 42-Megapixel-Bild

 

Jetzt kann man sagen: dann hätte ich halt gleich richtig fotografiert und den Bildausschnitt enger gewählt. Das dachte ich früher auch immer. Jedoch ist die Bildwirkung, insbesondere die Verzeichnungen durch die Brennweite, gänzlich anders, wenn ich ein Bild digital heranzoome, anstelle die Postion zu wechseln. Näher rangehen bedeutet immer, dass sich Proportionen verschieben. Aus eben diesem Grund spiele ich gerne mit dieser Auflösung und möchte nicht mehr darauf verzichten.

Ich habe vor geraumer Zeit eine 20-köpfige Gruppe von LKW-Fahrern vor einem kompletten 40-Tonner fotografiert – aufgenommen mit 35mm Brennweite. Dieses Bild wurde auf einer AluDibond-Platte im Format 120 x 70cm ausbelichtet. Laut meinem Labor-Dienstleister hätte die lange Bildkante über 14.000 Pixel haben müssen – ich hatte „nur“ 7.952 Pixel, also die halbe Auflösung. Glauben Sie mir, ich war um jeden meiner 42 Millionen Pixel froh. Denn um die einzelnen Gesichter zu erkennen, muss man hier nah ran gehen.

Abschließend möchte ich anerkennen, dass heutzutage 24 Megapixel für 98% aller fotografischen Herausforderungen ausreichen. Die Sensoren sind dazu ideal ausgelegt. Wenn ich aber die 2% auch noch möchte…

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